Über mich

Zwischen Forschung, Praxis und Streuobstwiese

Streuobstwiesen begleiten mich seit vielen Jahren – wissenschaftlich, praktisch und persönlich. Mich begeistert besonders die Verbindung aus traditionellem Wissen, moderner Forschung und der Frage, wie Streuobstwiesen auch in Zukunft erhalten und weiterentwickelt werden können. Mein Ansporn ist es, auch in Zukunft eine vielfältige und lebendige Streuobstlandschaft zu erhalten. Streuobstwiesen sind mehr als Anbauflächen – sie sind Biotop, Begegnungsraum und Kulturgut. Sie schenken Lebensraum für Tiere und Pflanzen, laden zum Innehalten ein und bereichern uns mit besonderen Aromen, Farben und Düften

Durch meine Arbeit versuche ich wissenschaftliche Erkenntnisse verständlich und praktisch nutzbar zu machen – für Bewirtschafter, Vereine, Kommunen und alle, die sich für Streuobst begeistern.

Wissenschaftlicher Hintergrund

Ich habe Geoinformatik studiert und hatte das Glück, mehrere Jahre wissenschaftlich im Bereich Streuobstwiesen zu forschen – insbesondere mit Blick auf die Auswirkungen des Klimawandels.

Im Rahmen eines Forschungsprojekts in Baden-Württemberg hat unser Team über 6.500 Obstbäume kartiert. Auf Basis dieser umfangreichen Datengrundlage konnten wir gemeinsam mit weiteren Geodaten – etwa zu Boden, Temperatur und Topographie – untersuchen, welche Faktoren die Entwicklung und Zukunftsfähigkeit von Streuobstbeständen beeinflussen. Seit 2024 arbeite ich hauptberuflich als Projektkoordinator bei der ZEPP. Dem Thema Streuobst bleibe ich jedoch weiterhin eng verbunden: Nebenberuflich promoviere ich weiterhin zu Fragestellungen rund um Streuobstwiesen im Klimawandel.

Mich fasziniert besonders die Verbindung von wissenschaftlicher Datengrundlage und praktischer Anwendbarkeit – also die Frage, wie Erkenntnisse aus Forschung tatsächlich im Alltag von Bewirtschaftern hilfreich werden können.

Praxis auf der eigenen Streuobstwiese

Die Verbindung zu Streuobstwiesen begann für mich schon in der Kindheit. Ich erinnere mich noch gut daran, wie ich meinen Großvater auf die Obstwiese begleitet und bei der Ernte geholfen habe. Nach seinem Tod wurde die Fläche – wie leider viele Streuobstwiesen – nicht weiter bewirtschaftet.

Während meiner Forschung im Bereich Streuobstwiesen wurde diese frühe Verbindung neu entfacht und entwickelte sich zu einer echten Leidenschaft. Seitdem habe ich zahlreiche Kommunen kontaktiert, nach Flächen gefragt und Schritt für Schritt eigene Bestände aufgebaut.

Heute pflege ich über 100 Obstbäume – auf eigenen Flächen, gepachteten Wiesen sowie auf Streuobstbeständen, die ich nach dem Prinzip Pflege gegen Ernte bewirtschafte. Auf den Flächen habe ich bis jetzt 10 verschiedene Obstarten und 19 verschiedene Obstsorten bestimmen können.

Zur Bewirtschaftung gehören für mich unter anderem:

  • Baumschnitt
  • Mahd und Wiesenpflege
  • Ernte, Verarbeitung und Verwertung des Obstes

Besonders interessieren mich zwei Themen: die Artenvielfalt auf Streuobstwiesen sowie die Geschmacksvielfalt alter Obstsorten.

Dabei experimentiere ich viel mit der Weiterverarbeitung – von Säften über Marmeladen und Gelees bis hin zu eingekochten Produkten und Fermentationen. Alte Sorten bringen oft überraschende Aromen mit sich und zeigen, wie vielfältig Streuobst sein kann.

Wissen teilen und voneinander lernen

Ein wichtiger Teil meiner Arbeit ist der Austausch mit anderen Menschen, die sich für Streuobst begeistern.

Ich halte regelmäßig Vorträge und Workshops, teile neue Erkenntnisse aus Forschung und Praxis und versuche, wissenschaftliche Themen verständlich aufzubereiten. Besonders spannend finde ich den Dialog zwischen Wissenschaft, praktischer Bewirtschaftung und Erfahrungswissen.

Deshalb engagiere ich mich auch ehrenamtlich in verschiedenen Vereinen und Netzwerken rund um Streuobst und Naturschutz. Unter anderem bin ich im Pomologen-Verein Deutschland aktiv und in der Landesgruppe Baden-Württemberg im Vorstand vertreten. In der Arbeitsgruppe Digitalisierung begleite ich zudem den Aufbau digitaler Strukturen für den Wissensaustausch. Darüber hinaus bin ich in regionalen Streuobst- und Fachwartevereinigungen engagiert.

Dabei lese ich auch gern ältere Literatur zu Streuobst, Pomologie und Obstbau. Gerade historische Erfahrungen bieten oft spannende Perspektiven auf aktuelle Herausforderungen – insbesondere im Umgang mit Klimaextremen und Sortenwahl.

Und wenn ich nicht auf Streuobstwiesen unterwegs bin …

… bin ich meist trotzdem draußen.

Ich verbringe gern Zeit beim Wandern oder auf langen Spaziergängen, besonders in den Alpen oder beim Erkunden neuer Städte zu Fuß. Fast immer dabei: eine Kamera – oder manchmal auch die Drohne. Fotografie hilft mir, besondere Landschaften, Pflanzen und Momente festzuhalten – und die Schönheit kleiner Details sichtbar zu machen.

Lassen Sie uns ins Gespräch kommen

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